
Attraktion für alle Altersgruppen
Landrat Ben Schwarz ist einer von vielen begeisterten Premierengästen am Alpaka-Erlebnisbauernhof
Stand: 23.04.2026
Wenn geladene Ehrengäste ihre Enkel und Kinder mitbringen und sich ein Termin für alle Generationen als Highlight erweist, dann muss schon etwas Besonderes dahinterstecken. Genau das war dann auch der Fall, als es einen Alpaka-Erlebnisbauernhof in Dürrenmungenau einzuweihen galt. Das Fazit jedenfalls war eindeutig.
Es gehöre Mut und Durchhaltevermögen zu dem, was Markus und Daniela Enßner in bemerkenswert kurzer Zeit am südlichen Ende Dürrenmungenaus umgesetzt haben, leitete Bernhard Böckeler als Vorsitzender der ErLebenswelt Roth, einem großen Fördergeber des Projekts, sein Lob ein, dem noch viele folgen sollten. Denn nach dem Besuch waren sich alle einig: Mit dem Alpaka-Erlebnisbauernhof ist eine neue Attraktion für alle Altersgruppen entstanden. Auf dem großzügigen Gelände mit Café, Biergarten, Spielplatz und Hofladen ist aber noch viel mehr zu entdecken. Außerdem nicht zu unterschätzen: Es wurden 21 inklusive Arbeitsplätze geschaffen.
Begonnen hat alles vor rund 15 Jahren mit vier Alpakas in Wollersdorf bei Neuendettelsau. Ursprünglich sollten die Tiere lediglich bei der Landschaftspflege helfen. Doch schnell zeigte sich, dass die Fläche für die kleine Herde zu groß war – und so kamen immer mehr Tiere dazu. „Vier Alpakas fressen so viel wie ein Schaf“, weiß Markus Enßner heute.
Mit wachsender Erfahrung entwickelte sich auch das Angebot weiter. Aus ersten Ideen für Alpakawanderungen entstand aufgrund hoher Nachfrage ein vielseitiges Konzept. Während der Corona-Pandemie wurden zusätzlich ausgeschilderte Spazierwege geschaffen, auf denen Besucher eigenständig mit einem Alpaka unterwegs sein konnten – ein Angebot, das bis heute großen Anklang findet.
Am ursprünglichen Standort waren die Entwicklungsmöglichkeiten bald begrenzt. Daher entschied sich Familie Enßner mit ihren fünf Kindern und den Tieren nach Dürrenmungenau umzuziehen und als Quereinsteiger ihre Vision vom Alpaka-Erlebnisbauernhof dort weiter auszubauen. Parallel dazu qualifizierten sich beide gezielt weiter: Markus Enßner im Bereich soziale Landwirtschaft, Daniela Enßner als Erlebnisbäuerin und in der Bauernhofgastronomie.
Bei der Vorstellung des Vorhabens in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der ErLebenswelt Roth, die im Landkreis Vorhaben im Rahmen des LEADER-Programms begleitet, stieß das Konzept vom ersten Moment an auf große Zustimmung. „Wir waren beeindruckt von der Entschlossenheit und der klaren Vorstellung des Projektes bereits in einem frühen Stadium“, betonte Bernhard Böckeler. Der Alpaka-Erlebnisbauernhof vereine Umweltbildung, Nachhaltigkeit und soziale Landwirtschaft und sei „ein Projekt, das die Region nachhaltig stärkt und zugleich Besucher begeistert.“ Durch die LEADER-Förderung konnten wesentliche Bereiche des Projekts umgesetzt werden – darunter die moderne Gebäudeelektronik, ein Kassensystem für Hofladen und Gastronomie, eine Küche mit Thekenbereich sowie die Möblierung von Seminarraum und Café.
Auch Landrat Ben Schwarz würdigte die Leistung der Familie. Vom Maßnahmenbeginn bis zur fertigen Umsetzung verging lediglich ein Jahr. Dies zeige was möglich sei, wenn alle Beteiligten – von der Familie über Handwerksbetriebe und Behörden bis hin zum Fördermittelgeber – konstruktiv zusammenarbeiten. Die neue Attraktion im Hinterland des Fränkischen Seenlands wertet die Region zusätzlich auf. „Hier findet man genau das, was sich viele Gäste wünschen: Tiere, Genuss, Spaß und Bildung für alle Altersgruppen“, so Schwarz.
Was ist LEADER eigentlich? LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raums. Unter dem Leitgedanken „Bürger gestalten ihre Heimat“ werden Projekte unterstützt, die die nachhaltige Stärkung, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit ländlicher Regionen fördern. Die Umsetzung erfolgt über sogenannte Lokale Aktionsgruppen (LAG), in denen kommunale Vertreter sowie Akteure aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Für den Landkreis übernimmt diese Aufgabe seit 2003 die ErLebenswelt Roth. Sie begleitet und fördert seitdem 2003 erfolgreich zahlreiche Projekte in der Region und trägt damit wesentlich zur regionalen Entwicklung bei.
Projekt-Beispiele: Abenberg – Dauerausstellung im Haus fränkischer Geschichte, Allersberg – Museale Ausstellung im Gilardi-Anwesen, Büchenbach – Bewegungspark Zwanzig25, Georgensgmünd – Naturnaher Seminarraum der Umweltstation, Heideck – Familienerlebnispfad Schloßberg, Hilpoltstein – Schaffung eines Begegnungsparkt (Regens Wagner Zell), Kammerstein – Tabakinformationszentrum, Rednitzhembach – Kahnfahrt, Rohr – Mühlen- und Kirchenradweg, Roth – Mobile Pumptrackanlage, Röttenbach – Kneippanlage, Schwanstetten – Gedenksteinweg, Spalt – Hopfen- und Biermuseum, Thalmässing – Fundreich, und Wendelstein – Radweg „Mühlen & Industrie“.
Wissenswert: Weitere Informationen, eine Übersicht aller bewilligten Projekte, ein Archiv sowie die Kontaktdaten des LAG-Managements gibt es über den Link unten.