Schönste und längste Englischstunde der Welt

Was Landratsamt-Azubi Louis Mikulec beim Besuch des Partnerdistrikts Brentwood (Schönes) erlebt hat

Natürlich war da ein wenig Aufregung mit im Spiel. Flugreise, fremdes Land, fremde Menschen. Aber kaum in Brentwood angekommen, war Louis Mikulec klar: Das wird cool! Wurde es – und das gleich in vielerlei Hinsicht.

Der 17-Jährige, der derzeit im Landratsamt eine Ausbildung absolviert, war Teil einer 29-köpfigen Gruppe, die kürzlich für fünf Tage in Essex zu Gast war, um die englischen Freunde im Partnerdistrikt zu besuchen. Herzstück war wieder der Familienanschluss. Den haben auch Louis und sein Opa Volker als sein Reisepartner erfahren. Genauer in Person von Gastmutter Diane, die sie sofort an ihrem Alltag hat teilhaben lassen. Zudem ist sie sehr taktvoll auf die Bedürfnisse der beiden eingegangen. „Keiner musste sich verbiegen, das war sehr angenehm“, erzählt der angehende Kaufmann für Büromanagement. Man habe sich einfach aufeinander eingelassen – ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

Louis ist begeistert vom System Gastfamilie. „Das ist etwas völlig anderes als ein Hotel; man bekommt direkt mit, wie die Leute leben.“ Zumal seine, wie auch die anderen „Hosts“ es bestens verstanden, ihre Gäste zu allen Programmpunkten und Sehenswürdigkeiten mit Zusatz-Infos zu versorgen oder Umwege in Kauf zu nehmen, um noch das ein oder andere zu zeigen. „Das war klasse“, war er sich mit seinen Mitreisenden einig.

Warum aber hat sich der Kammersteiner überhaupt für die Reise in den Partnerdistrikt interessiert? „Ich habe eine Chance gesehen, nach England zu kommen und das Englisch anzuwenden, welches ich in der Schule gelernt habe“, sagt Louis. Dort sei es aufgrund der Klassengröße oft schwierig gewesen, länger Englisch zu sprechen. Das war in Brentwood ganz anders. Zwar sei es für ihn anfangs noch etwas anstrengend gewesen, so viel Englisch zu sprechen. Auch der Wechsel zwischen den Sprachen war zwischendurch herausfordernd. „Aber es wurde von Tag zu Tag besser.“  Was zudem gut tat: Die Gastgeber hätten – wenn überhaupt - nur „konstruktive Kritik“ geäußert. „Ich konnte ungezwungen Englisch sprechen“, betont er dankbar.


Louis Mikulec war mit seinen 17 Jahren das „Küken“ der Gruppe. Darüber hatte er sich im Vorfeld keine Gedanken gemacht, verrät er. Es gehe darum, neue Menschen kennen zu lernen. „Der Austausch aller Altersgruppen ist wichtig, um Erfahrungen zu teilen. Die Unterbringung in Gastfamilien und die gemeinsamen Unternehmungen sind dafür genau das Richtige.“

Während des Aufenthaltes war es wichtig, auf die Leute zu zugehen. Man habe es ihm leicht gemacht – Neumitglieder auf beiden Seiten wurden herzlich und schnell in die Gruppe integriert. „Egal, ob Deutsche oder Engländer, jung oder alt, es hat keinen Unterschied gemacht“, so Louis.

Ein Highlight des Austausches war für Louis die Führung durch die Canary Wharf in London. Ein Stadtteil, der sich im Laufe der Jahrhunderte sehr schnell entwickelt hat. Der 17-Jährige zeigte sich beeindruckt von der Mischung aus historischem und modernem London und den Unterschieden zwischen den einzelnen Vierteln.

Sein Fazit zur Reise: „Es ist nicht nur wichtig, dass sich Regierungen treffen und austauschen. Die Menschen müssen miteinander sprechen. Man muss es einfach selbst erfahren und ausprobieren.“ Ich würde jederzeit die Leute gerne wiedertreffen“, beteuert er. Und fügt hinzu: „Das war die längste und schönste Englischstunde, die ich jemals hatte!“

Für weitere Informationen können sich Interessierte gerne an die Landkreisbeauftragte und 1. Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Ursula Böhm, wenden. (Kontaktdaten untenstehend)

Frau Böhm

Landkreisbeauftragte Partnerschaft Brentwood

Anschrift

Weinbergweg 1
91154 Roth