
Endlich auch "offiziell dahoam"
Landrat Ben Schwarz begrüßt rund 80 „seiner“ 525 Neubürger des Jahres 2025 persönlich
Stand: 17.02.2026
Selten erfährt das Wort Vielfalt eine derart beeindruckende Ausprägung wie an den Abenden, an dem Landrat Ben Schwarz zur Einbürgerungsfeier einlädt. Schon allein die Zahl der Länder, aus denen „die Neuen“ kommen, lässt aufhorchen: 59 sind es dieses Mal. „Sie sind eine Bereicherung“, schickt er als Statement voraus, ehe er jeden persönlich begrüßt. Was er da noch nicht wusste: Welch berührende Aussagen ihn noch erwarten.
Wie diese, getätigt von einer Frau aus Afrika: „Jetzt bin ich nicht mehr nur Gast, sondern ein Teil hier.“ Der kleine Festakt im Landratsamt, er ist unbestritten emotional. Weil hinter jeder einzelnen Einbürgerungsurkunde eine Geschichte steht. 55 Jahre Arbeit oder der von der Bundesregierung ausgerufene „Turbo“. Was für Ben Schwarz am Ende aber zählt: „Sie bekennen sich mit der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft zu unseren Werten. Dafür danke ich Ihnen.“
Mehr als passend dazu war der Einspieler in Form einer Videobotschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ganz bewusst die Ansprache „Liebe Landsleute“ wählte. „Unsere Demokratie lebt auch durch Sie“, betonte er und stellte das Band des Miteinanders heraus, das „uns stärker macht, vor allem, wenn Menschen zusammenkommen.“ Steinmeier betitelte genau diese Vielfältigkeit als Stärke, Chance und Schatz.
Das könne er nur unterstreichen, kommentierte Landrat Ben Schwarz Steinmeiers Worte. „Unsere Werteordnung hat viel mit Toleranz zu tun“, Demokratie sei die gemeinsame Grundlage. „Danke, dass Sie ein Zeichen setzen und sich dazu bekennen.“ Der Landkreis richte die „Einbürgerungsfeier“ ganz bewusst aus. „Wir möchten damit zeigen, dass wir uns freuen, dass Sie da sind.“
Eine Feststellung, die auf jeden der 525 Frauen, Männer und Kinder zutrifft, die im vergangenen Jahr im Landkreis die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten – nicht wenige von ihnen als zweite. „Das macht es für viele sicher leichter“, bemerkte Ben Schwarz. So erklären die Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeiter auch die noch einmal um sieben „Fälle“ gestiegene neue Rekordzahl. Zum Vergleich: im Jahr 2023 waren es 347, 2022 „nur“ 136 Einbürgerungen.
Die „Top“- Herkunftsländer waren die Türkei mit 90, Rumänien mit 67 und der Kosovo (43). Vertreten waren aber auch weit entfernte Heimatstaaten wie Nicaragua, Singapur, der Kongo, die Mongolei oder Madagaskar.
Während einige wenige den Prozess innerhalb von drei Jahren durchliefen, nahm manch einer „ein ganzes Leben“ Anlauf. „Wir sind hier geboren,“, verrieten zwei junge Frauen, die zusammen mit ihren ebenso „neu-deutschen“ Eltern gekommen waren. Andere leben schon seit mehr als 50 Jahren hier und vollzogen den Schritt aus verschiedensten, oft rechtlichen, Überlegungen.
Vielen war anzumerken, dass ihnen die Staatsbürgerschaft eine Menge bedeutet. „Es fühlt sich an wie ankommen“, erklärte eine Frau, nachdem sie von Ben Schwarz wie alle Gäste eine Willkommens-Rose bekommen hatte. „Jetzt bin ich hier auch offiziell dahoam“, meinte eine andere.
Der Landrat freute sich über viele bekannte Gesichter in der Runde. Teils, weil er sie aus Vereinen kennt, teils, weil sie im Amt arbeiten: Als Ärzte, in der Abfallwirtschaft, dem Sachgebiet Tourismus oder in der Organisation. „Toll!“, fügte Ben Schwarz seinen Glückwünschen hinzu.
Die nahmen an diesem Abend rund 80 Neu-Bürger persönlich entgegen. Wie auch besagte Rose mit einer Willkommenskarte. Deren Text: Nur, wer sich aufmacht, kann Neues entdecken.