Genießen(un)d gutes Tun

Aktion Faire Mangos feiert Rekordbeteiligung – und bringt über 1.300 Euro für Kinder in Burkina Faso ein
Stand: 06.05.2026

Sie sind eine Geschmacksoffenbarung und schmecken noch viel, viel besser, wenn man mehr über sie weiß. Denn die fast 300 Mangos, die dank einer außergewöhnlichen Aktion in Landratsamt, Kreisklinik und Sparkasse an Mitarbeiter verkauft wurden, sind mehr als faire und gesunde Früchte. Sie sind ein Stück Zukunft.

Zukunft für Kinder in Burkina Faso. Fanta Yanna, die dank besonderer Umstände in Nürnberg studieren konnte und dort lebt, ist es seit Jahren ein Anliegen, Jungen und Mädchen in ihrem Herkunftsland Chancen zu (mehr) Bildung zu ermöglichen. Was mit „Hilfe in Degouogou“ (ihr Heimatort) unter der gemeinnützigen Organisation NEIA begann, findet nun Fortsetzung in einem Verein, den die dreifache Mutter vor Kurzem mit Mitstreitern in der Region gegründet hat. Was schön ist, denn dank ihrer Mitstreiter „ist meine Zeit als Einzelkämpferin vorbei“.

Der Vereinsname: Beoogo – Zukunft. „Treffender könnte er nicht sein“, zeigte sich dann auch Landrat Ben Schwarz bei der Übergabe des Verkaufserlöses (plus Spende der Sparkasse) mehr als beeindruckt. 1.308 Euro, die als weitere Finanzierung für ein Internat dienen sollen. Das ist ihrer Meinung nach dringend nötig, weil viele der Kinder aktuell in Zelten, aus bestenfalls Plastik, leben – die Familien wurden vertrieben oder mussten fliehen. Der Regen aber führt dazu, dass „es keine trockenen Schlafplätze gibt und Schulhefte oder Bücher schlicht unbrauchbar werden“.

Das zu ändern – auch mit einem Dach über dem Kopf – ist eines ihrer großen Ziele. Wie das, das dahintersteht: Kindern erlauben und ermöglichen, Kind sein zu können. Internat aber zudem unter dem Gesichtspunkt, dass die Schülerinnen und Schüler in den Ferien Zeit mit ihren Eltern verbringen können. „Wir wollen nicht trennen, sondern beste Bedingungen bieten.“

Etwa die Hälfte des Projekts ist bereits finanziert, der Rohbau steht schon. „Die Mango-Aktion hilft, den noch fälligen Kostenanteil zu stemmen“, zeigte sich die engagierte Afrikanerin dankbar. Der Start ist im September mit 50 Schülern geplant, im Zielfoto sollen es 150 sein. Immer unter der Prämisse, die die Ingenieurin von Anbeginn ihres Engagements an verfolgt hat:  langsam wachsen.

„Ein weiteres starkes Projekt nach vielen starken Projekten“, kommentierte Landrat Schwarz ihre Zukunftsskizzen. Und weiter: „Ist es nicht fantastisch, wenn wir jungen Menschen Perspektiven bieten können?“ Er dankte allen Beteiligten ausdrücklich und zollte Respekt für das Engagement von Weltladen über Klinik, Kreisentwicklung, Sparkasse oder auch Privatpersonen. Eine „wunderbare internationale Bande für Bildung“, wie er fand. Eine, die gleichermaßen weitere Unterstützer vertragen könnte, zumal die offenbar funktioniere.

Schließlich war man vor sechs Jahren mit 20 Kartons eher im Sinne einer Privatinitiative gestartet. In diesem Frühjahr waren es rund 10.000 Mangos. Die im Übrigen als „faire Flugfrüchte“, sprich in Linienflugzeugen, nach Deutschland kommen und somit kein zusätzliches C02 verbrauchen. Ein Aspekt, der Anne Landmann von der Kreisentwicklung wichtig ist, die die Verteilaktion „am Weinbergweg/Westring“ koordiniert hat.

Insgesamt wurden 288 Mangos bestellt und abgeholt. „Ein tolles Ergebnis“, freut sie sich. Dass das Amt mit 190 tropischen Früchten Spitzenreiter ist, mag auch daran liegen, dass es die Aktion dort bereits im Vorjahr gab – Kreisklinik (72 verkaufte Mangos) und Sparkasse (26) waren erstmals dabei. „Aber nicht letztmals“, wie Vorständin Nadine Ortner und Stefanie Mehringer als Referentin Gesellschaftliches Engagement bei der Sparkasse Mittelfranken-Süd in Aussicht stellten.

Letztere untermauerte ihre Beihilfe für Fanta Yannas Projekte eindrucksvoll und legte zum Verkaufserlös noch eine 300-Euro-Spende drauf, was den Betrag auf 1.308 Euro steigerte. „Derartige Unterstützung von so vielen Menschen zu erfahren, ermutigt ungemein“, meinte die gebürtige Afrikanerin.

Die ist im Landkreis längst keine Unbekannte mehr. Zuletzt war sie mit ihrer Initiative in einem der ärmsten Länder der Welt Begünstigte der Landrats-Spendenaktion „Jeder Bürger ein Euro“. Dank der konnte vor Kurzem eine Trocknungsanlage für Mangos angeschafft werden, um auch diese zu vertreiben. Die sind zwar in Roth und Umgebung noch nicht erhältlich, „aber wir arbeiten dran“.

Das bringt Yanna zu einem Grundgedanken der Projekt-Philosophie. Einen, der auch den „Paten“ des Weltladens Roth, die die Kontakte vermittelt und die Idee gepusht haben, wichtig ist: „Wir möchten, dass die Menschen, die von unseren Spenden profitieren, einen Beitrag leisten.“ Bedeutet konkret: Sie bauen die Mangos an, kümmern sich, ernten diese und machen sie zum Transport bereit. Das sei beste Hilfe zur Selbsthilfe und stärke zudem das Selbstbewusstsein, weil das Geld, das fließt, keine Almosen sind.

Und eine einfache Rechnung ist: „Kaufe Mangos, finanziere Bildung!“ Nichts kann besser schmecken.

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