
Gebündelte Energie für den Klimaschutz
Das Netzwerk der Landkreiskommunen startet mit bewährten Partnern neu durch – Mit strategischen Zielen und konkreten Projekten
Stand: 04.10.2026
Drei Jahre hat es gedauert, aber nun geht das Klimaschutznetzwerk der Landkreiskommunen in die zweite Runde. „Endlich“, war dann auch das Wort, das zwischen Vertragsunterzeichnung und Informationsaustausch von den Bürgermeistern am häufigsten zu hören war. Landrat Ben Schwarz fand ergänzend noch ein anderes, in doppeltem Sinne.
„Großartig“, meinte er – und zwar das Projekt als solches als auch die Tatsache, dass das Netzwerk nach drei erfolgreichen Jahren von 2020 bis 2023 ab sofort in die zweite Förderperiode gehen könne. Dass es so lange gedauert hat, lag an den zahlreichen Abstimmungsrunden, die mit dem Bund als Fördermittelgeber erforderlich waren. „Klimaschutz ist eine gemeinsame Aufgabe, ich freue mich, dass wir miteinander weiterkommen wollen“, betonte Ben Schwarz.
Für ihn ist der Zusammenschluss eine wertvolle Plattform, die in der Vergangenheit gute Impulse gesetzt und Horizonte erweitert habe – unter anderem mit Informationen zu neuen Technologien, aber auch durch Hinweise auf Förderprogramme, die Projekte erst ermöglicht hätten.
Weltweit werde über Resilienz gesprochen, aber leider nur bedingt gehandelt. „Wir müssen uns daher stärker auf unsere eigenen Möglichkeiten konzentrieren und uns unabhängiger machen“, meinte der Landrat. Der Entschluss von 14 Kommunen (aktuell sind Georgensgmünd und Röttenbach nicht dabei) sich in Sachen Klimaschutz gemeinsam auf den Weg zu machen, sei ein starkes Zeichen.
„Dass wir mit dem bewährten Team weiter machen können, ist das i-Tüpfelchen“, sagte Ben Schwarz in Richtung Professor Dr. Markus Brautsch, der mit „seinem“ Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden (IfE) in den kommenden drei Jahren die fachliche Leitung innehat. Der betonte in seinem Eingangsstatement, dass dem Landkreis die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz schon immer wichtig waren und mit dem Energienutzungsplan plus eine ideale Arbeitsgrundlage für die Energiewende im Landkreis gelegt wurde.
Immer wieder sprach Brautsch von einem Zweiklang, weil zum einen intensiv in und mit den Kommunen gearbeitet werde, es zum anderen aber auch die Landkreisperspektive gäbe. In Zusammenarbeit mit der Unternehmerfabrik würden zudem Betriebe einbezogen. Der Zweiklang betreffe aber auch die verschiedenen inhaltlichen Ebenen. Netzwerktreffen zum Austausch und Information zu Neuerungen und Förderprogrammen sowie konkrete ingenieurtechnische Unterstützung, wenn beispielsweise ein Heizungstausch in einer Liegenschaft oder die Sanierung einer Schule ansteht. Im Idealfall lernen die Teilnehmer voneinander, tauschen Erfahrungen aus und übertragen diese von der einen in die andere Gemeinde. Und: „Je schneller Kommunen von Fördermöglichkeiten wissen, desto früher kommen sie in deren Genuss.“
Dr. Markus Brautsch umriss ein weiteres Handlungsfeld, das das Netzwerk 2.0. ziemlich sicher beschäftigen wird: Die Klimaanpassung für öffentliche Räume in Schulen, Kitas und Co., die „uns schneller als erwartet“ eingeholt hat, Stichwort Hitzetage. Definitiv ein Thema für die Kommunen, die beim Auftakttreffen weitere Schwerpunkte benannten wie den Aufbau von Wärmenetzen, Umsetzung von Windkraftanlagen, Wirtschaftlichkeit bei neuen oder Weiternutzung von alten PV-Anlagen. Der Fachmann bestärkte zudem zu 100 Prozent den Satz von Landrat Schwarz, der die Bürgermeister, aber auch die Bürger ermutigte, sich auf Veränderungen einzulassen. Denn ohne die werde es selbige nicht geben.
Umgesetzt werden soll die Idee primär durch vier moderierte Netzwerktreffen pro Jahr mit fachlichem Austausch zu kommunalen Klimaschutzprojekten und Praxisbeispielen sowie kommunenspezifischer energietechnischer Beratung.
Besonderer Dank galt der Stadt Greding als Netzwerkkoordinator, die sich bereit erklärt hatte, den zeitaufwändigen Prozess mit dem Fördermittelgeber abzuwickeln. Insgesamt 285 000 Euro stehen nun dem neuen-alten Netzwerk an Fördermitteln zur Verfügung, eine Förderquote von 60 Prozent.
Dass der Start mit einer Menge Vorschusslorbeeren erfolgte, war dem Heidecker Bürgermeister Ralf Beyer zu verdanken, der rückblickend und vorfreudig von einer „top Geschichte“ sprach. Das Netzwerk sei „sehr praktisch und bilateral angelegt“. Schließlich „haben wir alle die gleichen Probleme“. Die nun mit geballter Energie angegangen werden.