
Gemeinsam einzigARTig
Die Rotherin Flavia Zaunseder brachte Kunst und Fotografie in einem Projekt zusammen – ihre Oma spielt eine besondere Rolle und auch der Landrat gab sich kreativ
Stand: 13.04.2026
Vor einem derart farbenfrohen Hintergrund und zwei gleichermaßen begeisterten und begeisternden Frauen kann Landrat Ben Schwarz gar nicht anders, als sich eine Schürze überzustreifen, die Leiter zu erklimmen und zum Malerpinsel zu greifen. Ob sich sein kreativer Beitrag wertsteigernd auf Flavia Zaunseders Projekt auswirkt, wird sich zeigen – fest steht aber schon jetzt, dass der Rotherin mit „Begegnung von Kunst und Fotografie“ ein Volltreffer gelungen ist.
Die 28-Jährige hatte schon lange den Wunsch, mit ihrer Oma, Malerin Heidi Streidl, „zusammen was zu machen“. Irgendwann kam zu dieser Idee ein weiterer Gedanke hinzu: Wäre es nicht schön, wenn dadurch auch Menschen zusammenkämen, sich Gespräche entwickeln, gemeinsame Erlebnisse geschaffen werden?
Ende März, pünktlich zum Frühlingsanfang, packte sie ihr drittes eigenes Mitmachprojekt nun an. Dazu passend der frische, grüne Hintergrund. „Als Orientierung an die Natur, alles wird grün und schließlich bunt“, erklärt die Fotografin. Ihr gewähltes Motto: Gemeinsam einzigartig. Genau so stellt sich das dann dar, was da in den vergangenen Wochen auf dieser besonderen Leinwand am Kugelbühlplatz entstanden ist.
Kurz vor Ende der kreativen Phase schaute dann Ben Schwarz vorbei. Der hatte es gar nicht so leicht, noch ein freies Fleckchen zu finden. „Aber schön, weil es doch zeigt, dass die Aktion gut angenommen wurde“, kommentierte er.
Das fertige Bild soll für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das genaue „Wie und wo“ möchte sich die junge Frau noch überlegen. Einen Lieblingsplatz hätte sie indes schon: An der Fassade des Hauses ihrer Großeltern. Die dürften viele kennen: Der Friseur Streidl war jahrzehntelang eine Institution, Oma Heidi zudem als Künstlerin geschätzt und bewundert. Geht es nach Flavia Zaunseder, sollen in der festen Installation aber nicht nur das Werk und seine Entstehung, sondern auch die Menschen zu sehen sein, die das Kunstwerk gestaltet haben. „Eine Würdigung für die, die sich getraut, die mitgestaltet haben, die sich vor dem bunten Hintergrund haben fotografieren lassen und so Teil der Kunst wurden“, formuliert es die Eckersmühlenerin.
Noch etwas macht die Aktion besonders. Sie habe ganz bewusst auf jegliche Werbung in den sozialen Medien und auf Posts verzichtet. Und eine weitere positive Erfahrung gemacht. „Es geht auch noch ohne“ – sprich: Mund-zu-Mund-Propaganda und ein Schild am Kugelbühlplatz haben gereicht.
Zaunseder ist vom Ergebnis begeistert. „Toll“, sagt sie, die ihr Motto „gemeinsam einzigARTtig“ bestens umgesetzt sieht. Zudem sei das Ziel, dass Menschen etwas Neues schaffen und kreativ sind, Stichwort „nicht nur machen lassen“, auch optisch wunderbar umgesetzt worden. Nicht wenige hätten ihr in Gesprächen berichtet, dass sie erst über ihren Schatten springen mussten. „Ist das nicht großartig, dass das über und durch so ein Projekt gelingt?“
Eine Einschätzung, die Landrat Schwarz gerne teilte. Zumal er wenig später die Dynamik der Idee hautnah erlebte. Nicht nur, dass sein Fahrer Klaus Hausmann gleichermaßen den Pinsel zückte, um – dezenter Hinweis ein eigener Sache – einen Weinstock zu zeichnen (wer mehr wissen will: weinundwohlbefinden.de). Auch eine Rotherin und ihr Bruder „auf Besuch“ bogen zur gleichen Zeit Richtung Scheune ab und leisteten ihren Beitrag zum Gesamt-Gemeinschaftskunstwerk.
Die Geschwister erfüllten damit gleich in zweierlei Hinsicht das, was Flavia Zaunseder im Sinn hatte: Ins Gespräch kommen. Und kreativ sein.