
Turbo für die Rother Berufsschule
Kreisausschuss gibt klares Bekenntnis zur Erweiterung
Stand: 24.02.2026
Sätze wie diese hört der Kreistagssaal selten. „Mir geht das Herz auf, danke!“. Ausgesprochen hat ihn Undine Landvoigt, nachdem der Kreisausschuss der Erweiterung „ihrer“ Berufsschule einen Turbo verpasst hatte. Mit dem verbunden war zudem ein weiteres klares Bekenntnis.
Und zwar fraktionsübergreifend. So sprachen Thomas Schneider für die Freien Wähler und Michael Kreichauf für die CSU von „einem guten und wichtigen Schritt“ und einem „echten Zeichen auch für Unternehmen“. Landrat Ben Schwarz ergänzte zur Bedeutung, dass die Investition in das Berufliche Schulzentrum „ein Stück Handwerks- und Mittelstandsförderung ist“. Die Bildungseinrichtung selbst sei ein zentraler Baustein bei der Suche nach Azubis, weil sie wohnortnahe Beschulung ermögliche.
Dass das Gebäude aus den 1980er-Jahren saniert werden muss, ist seit Längerem bekannt und war schon mehrfach (unbestrittenes) Thema in den Kreisgremien. Nur sah es mit der Finanzierung bis dato mau aus. Das hat sich mit dem Sondervermögen des Bundes für neue Infrastruktur und einem um zehn Prozent höheren Fördersatz nun „zu unseren Gunsten“ geändert. Ein weiteres positives Signal kam von Kämmerer Jürgen Lafère, der bezogen auf die Jahresrechnung 2025 von guten Tendenzen sprach.
Gerade weil das Projekt als solches schon auf der Agenda beziehungsweise mittelfristigen Finanzplanung stand, „könnten wir relativ schnell loslegen“, stellte Kreisbaumeister Ralph Möllenkamp in Aussicht. Bedeutet konkret: Ein Maßnahmenbeginn im kommenden Jahr ist durchaus realistisch.
Möllenkamp stellte Planungen, Raumprogramm und Entwicklungsmöglichkeiten vor. Wichtige Botschaft: Mit einem zweigeschossigen neuen Gebäude im Westen – angedacht sind etwa 37 mal 37 Meter – verbaue man sich nichts, weil weitere Flächen zur Verfügung stehen. Mit der Erweiterung schaffe man nicht nur mehr Platz – jeder Fachbereich für sich habe Expansionsbedarf angemeldet – sondern schaffe es auch, diese schlüssiger zu ordnen und strukturierter zusammenzufassen, erläuterte er. So findet die Technikerschule dann kompakt ein neues Zuhause; auch andere „Zerklüftungen“ werden bereinigt.
Weitere Pluspunkte: Durch Umverlegungen könne das Sekretariat ins Erdgeschoss umziehen, von dem aus bisher keine Einsichtnahme auf den Eingangsbereich möglich ist. Auch eine nötige Mensa soll in Nähe der Aula Platz finden. „Die Sortierung ist gut“, betonte Schulleiterin Undine Landvoigt, die von mehreren konstruktiven Runden zur Optimierung der Anordnung berichtete.
Thomas Schneider bezeichnete die Einrichtung als „eine der wichtigsten Schulen, die wir im Landkreis haben“ und erinnerte daran, dass „wir ja kein neues Projekt starten, sondern eines aus der Pipeline optimieren“. Gleichsam verbindet er mit der Maßnahme die Hoffnung, den Status quo der Schule zu erhalten – ein Fingerzeig in Richtung Bezirksregierung.
Noch einmal Michael Kreichauf: „Das ist ein außerordentliches Leuchtturmprojekt für die Zukunft.“ Noch so ein Satz, den der Sitzungssaal nicht so oft hört.