„Kick“ für die Gesundheitsversorgung

Ortstermin im Bauabschnitt zwei der Kreisklinik Roth: Was geplant ist und warum die Gewinner die Patienten sind
Stand: 02.05.2026

Sie sind sich einig: Der Bauabschnitt II der Kreisklinik ist ein großer Wurf und wird am Ende vor allem einen Gewinner haben, nämlich die Patienten. Die Gründe dafür wurden bei einem Ortstermin in der früheren Intensivstation und des OP-Bereichs deutlich. Zusammengefasst: besser, schneller, effektiver.

Erreicht wird das unter anderem durch optimierte und kürzere Wege sowie neue Geräte und das lang ersehnte Herzkathederlabor mit alleine schon 200 Quadratmetern Fläche. Alles für sich, aber gerade auch in Kombination „bei der Akutversorgung ein riesiger Vorteil“, verdeutlicht Chefarzt Dr. Albert Götz, der ärztliche Leiter.

Dem schließt sich sein Kollege, Chefarzt Dr. Lienhardt W. Schimmel an, dessen Abteilung Radiologie künftig „Rücken an Rücken“ mit der neuen Notaufnahme verbunden sein wird. „So sind wir noch schneller“, betont er. Zusammen mit der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit – die sechs Mediziner und 13 MTRs sicherstellen - und dem neuen Computertomografen ein echter Qualitätsfaktor.

Geplant ist ein gemeinsamer Tresen für alle Notfälle, also diejenigen, die zu Fuß kommen oder eingeliefert werden. Auch rutschen die Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung (Bereitschaftspraxis) und die Notaufnahme enger zusammen. „Das ermöglicht einen besseren Austausch“, ist Klinik-Vorständin Nadine Ortner überzeugt.

Lee Schäder, der als Leiter Bau und Technik des Hauses das Projekt betreut, weist auf weitere positive „Knackpunkte“ hin. So erhält die neue Notaufnahme einen geschützten Überwachungsbereich (Fachbegriff Holding area) mit Platz für sechs Betten, die Wartezone wird Modernität und Funktionalität vereinen und dennoch weitgehend Privatsphäre bieten, verspricht er. Das Gesamtvorhaben als Kernsanierung beschreibt er als herausfordernd, anspruchsvoll und hochkomplex. Schließlich müssten Gewerke, technische Anforderungen und Abläufe exakt aufeinander abgestimmt werden. „Wir bauen ja nicht einfach nur Räume, wir schaffen Strukturen, damit medizinische Prozesse reibungslos funktionieren.“

Nicht weniger als das ist der Anspruch von Chefarzt Dr. Götz: „Unser Ziel ist eine Versorgung aus einem Guss.“ Pflegedienstleiter Dieter Debus ist überzeugt, dass nach Fertigstellung optimale Bedingungen herrschen werden, um mit den Medizinern noch enger zusammenzuarbeiten. „Am Ende werden das vor allem die Patienten spüren.“ Positiv.

Kosten wird der 2024 begonnene Umbau rund 40 Millionen Euro, von denen Klinik und Landkreis rund elf Millionen an Eigenmitteln aufbringen müssen. „Wir investieren hier aber nicht nur in ein Gebäude, sondern in die Zukunft der medizinischen Versorgung“, ordnet Nadine Ortner ein. Landrat Ben Schwarz spricht von einem starken Zeichen: „Spitzenmedizin gehört in die Mitte unserer Region.“ Der zweite Bauabschnitt sowie die weiteren Planungen stünden für Verlässlichkeit, Fortschritt und Nähe.

Eingeflossen sind, obwohl die ersten Planungen schon 2016 begonnen haben, auch Erfahrungen aus der Pandemie – konkret bei der Ausgestaltung der Infektionsschleusen. „Wir haben das konsequent weitergedacht“, sagt Dieter Debus. Gleiches trifft auf die künftige Anfahrtszone zu, die keine Rampe mehr haben wird. Erarbeitet wurde sie in Absprache mit dem Rettungsdienst.

Noch braucht das Zielfoto allerdings zwischen Planen, Behelfstüren, aus Wänden hängenden Kabeln und Bohrlärm noch eine Menge Vorstellungskraft.  Nadine Ortner und Ben Schwarz weisen auf eine weitere Herausforderung hin: Der Bauabschnitt II liegt mitten im Klinikgebäude und grenzt somit an allen Seiten an den laufenden Betrieb an.

Bauleiter Schäder kann Zahlen und Fakten nennen, die die Dimension des Millionenprojekts veranschaulichen: Umgebaut werden fast 5000 Quadratmeter Bestand, gut 600 „neue“ kommen hinzu. Beauftragt sind 35 Fachplaner und 86 Firmen, weitere werden folgen. Auch unter dem Stichwort Material findet sich Eindrucksvolles: Unter anderem werden fast drei Kilometer Wasser- und 1,4 Kilometer Lüftungsrohrleitungen verlegt sowie 73 000 Meter EDV-Kabel. 2600 Quadratmeter Trockenwände und 3200 Quadratmeter neue massive Wände werden in Stahlbeton und Mauerwerk hochgezogen. Die Liste ließe sich fortsetzen…

„In jeder Hinsicht beeindruckend“, sind sich die Verantwortlichen nach dem mit Informationen gespickten Rundgang einig. „Wenn der Umbau fertig ist, katapultiert uns das in neue Dimensionen“, formuliert es Landrat Schwarz.  Wobei dieses „uns“ ein ganz besonderes ist. Weil das in diesem Fall alle Menschen und die gesamte Region umfasst.

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