
Leben retten
Nicht mehr und nicht weniger - Wernfels hat (endlich) einen für alle zugänglichen Defibrillator
Stand: 18.02.2026
Am Anfang stand eine Idee. Die entwickelte eine Eigendynamik, die fortan in und um Wernfels Leben retten kann. Denn seit Kurzem ist der Spalter Ortsteil mit einem öffentlich zugänglichen Defibrillator ausgestattet – der gleichsam einen Blick in die Dorfseele gibt.
„Mit der Aktion haben Sie alle eindrucksvoll bewiesen, was Zusammenhalt im Dorf bedeutet“, anerkennt Günther Wittmann von der am Landratsamt angesiedelten Gesundheitsregion plus. Der ist sehr froh, dass das, was aus einer die Idee aus einer Versammlung des Gesangsvereins begann, mit finanziellen Mitteln aus einem bayerischen Förderprogramm unterstützten konnte.
Rückblende: „Wir wollten nicht nur für schöne Töne sorgen, sondern im Ernstfall Leben retten helfen“, steht als Aussage am Anfang dieser Geschichte. Diesen Gedanken des Gesangvereins in Richtung eines Defis setzten Sportverein, Feuerwehr und zahlreiche engagierte Bürgerinnen und Bürger fort – Die Feuerwehr in Person von Andreas Walter übernahm letztlich die Federführung.
Walter war es dann auch, der eine Anfrage im Landratsamt nach Unterstützung startete, die auf fruchtbaren Boden fiel. Geschäftsstellenleiter Günther Wittmann war vom ersten Moment an vom Engagement der Wernfelser begeistert „Die Idee aus der Mitte der Dorfgemeinschaft ist ein Vorbild für gelebtes Ehrenamt“, betont er. Da es zum Zeitpunkt der Anfrage noch Mittel aus einem bayerischen Förderprogramm gab, konnte den Wernfelsern auch finanziell unter die Arme gegriffen werden.
„Jeder frei zugängliche AED verbessert konkret die Vorsorge im ländlichen Raum“, betont Wittmann und verweist zugleich auf eine Seite des Landratsamtes, auf der alle 24/7 frei zugänglichen Defibrillatoren aufgeführt sind.
Die Feuerwehr brachte übrigens nicht nur die Eigenmittel auf, sondern half auch bei der Organisation einer niederschwelligen Schulung für alle Anwohner, die auf große Resonanz stieß und von jung und alt „querbeet“ gut angenommen wurde. „Wir alle hoffen, dass wir den Defibrillator nie brauchen. Aber wenn doch, dann soll er da sein – sofort, für jeden und ohne Hürden“, fasste Andreas Walter die Marschrichtung zusammen. Bei der Schulung wurde deutlich: Die Angst vor der Technik ist unbegründet, die Geräte erklären sich im Ernstfall selbst. „Entscheidend ist, dass jemand den Mut hat, sie einzusetzen.“
Mittlerweile hängt der Defibrillator im Milchhäuschen in der Dorfmitte gut sichtbar und jederzeit zugänglich – „so, wie es sein soll“. Er ist mehr als ein medizinisches Gerät: Er steht sinnbildlich für eine Dorfgemeinschaft, die Verantwortung übernimmt – füreinander, im Alltag und für den Notfall. Und er zeigt, dass große Wirkung manchmal mit einer kleinen Idee beginnt.
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