Mini-Roth – mega-toll

Spiel-Landkreis sorgt wieder für Begeisterung und zeigt im Kleinen, wie eine Gesellschaft funktioniert
Stand: 06.08.2026

Ob man will oder nicht: schon am Eingang wird man mitgerissen. Was für ein Gewusel, was für eine Stimmung, was für glückliche Kinder - Willkommen bei Mini-Roth! Seit Montag ist der Spiellandkreis geöffnet und hat sich wieder einmal selbst übertroffen. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Die Zahl von 41 Stationen, an den Jungen und Mädchen Geld verdienen können, sind der erste Rekord. Denn darum geht es bei Mini-Roth: Dort wird die Welt der Erwachsenen mitsamt seiner Wirtschaftskreisläufe abgebildet. Kinder arbeiten als Handwerker, Künstler oder in der Dienstleistungsbranche und bekommen dafür Mini-Roth-Euros, 50 Cent pro 30 Minuten. Die können dann ausgeben geben. Für Essen oder Schönes.

Dass es davon reichlich gibt, dafür sorgen die Kreativwerkstätten, in denen Glas, Draht, Holz, Farben und Co. zum Einsatz kommen. Ein „Betrieb“ begeistert beim Rundgang der Ehrengäste, die an Tag zwei selbst in diese besondere Welt eintauchten, besonders. In der Buchbinderei entstehen wahre Kunstwerke.

Den Kindern alte Techniken beizubringen und zu zeigen, was hinter Produkten steckt, ist ein weiterer Gedanke hinter des Spiel-Landkreises. In dem gibt es Müllabfuhr, Gesundheitsamt, Bücherei, Zeitungsredaktion, Bank, Apotheke, Gärtnerei und natürlich Küche, Bäckerei und Konditorei. „Wir versorgen uns die gesamte Woche selbst“, betonte Anja Völkl, die für den Kreisjugendring das Großprojekt betreut, stolz.

„Wir“ sind nämlich rund 450 Personen jeden Tag – rund 320 Teilnehmer plus über 80 Helfer. Einige von ihnen waren vor vielen Jahren selbst Mini-Roth-Kinder und jetzt ehrenamtlich mit von der Partie. „So was ist überragend“, nahm Simon Weiß, Leiter des Rother Jugendhauses und Co-Veranstalter, den Ball gerne auf. Es sind Geschichten wie diese, die Mini-Roth auszeichnen.

Eine steuerte Andreas Buckreus bei. Der Rother Bürgermeister war 1995 selbst mit von der Partie. Fazit: „Das werde ich nie vergessen. Keiner, der je bei Mini-Roth war, wird das je vergessen“, ordnet er ein. Zudem konnte er eine weitere Referenz mitbringen. Seine Tochter sei ihm wenige Minuten zuvor beseelt entgegengesprungen….

Der Spiel-Landkreis sei aber auch aus einem anderen Grund sehr wertvoll. Er zeige, wie das Konstrukt funktioniere und stelle Zusammenhänge her. Den Organisatoren machte er ein großes Lob: „Ihr habt das toll gemacht.“

Dem schloss sich Landrat Ben Schwarz gerne an und erweiterte den Kreis um diejenigen, die das Projekt erst möglich machen. Zahlreiche Sponsoren aus der Wirtschaft, allen voran die Sparkasse, und jene, die sich als Betreuer zur Verfügung stellen. Mini-Roth sei eine „Ko-Produktion“ im besten Sinne des Wortes. Von der Anja Völkl später sagen sollte, dass sie „die beste ever“ sei.

Was vielleicht ein Stück weit mit dem neuen Veranstaltungsort zu tun haben könnte. Erstmals schlug der Miniatur-Landkreis in der Schule am Stadtpark seine Zelte auf. „Von der bestens unterstützt wurden“, erweiterte Anja Völkl ihrerseits den Adressatenkreis. Sie erklärte: Der bisherige Standort, das ehemalige TSV-, jetzt Ecclesia-Gelände, sei wegen der Rother Kirchweih ausgeschieden. Gleichsam machte sie klar, dass „wir uns hier sehr wohl fühlen und schon viele Vorteile ausgemacht haben“.

Die Parzellierung und damit auch lärmtechnische Trennung, Entdeckungsorte für die Kleinen, Rückzugsmöglichkeiten und ein Dach über dem Kopf, sollte das Wetter mal anderweitig als mit Hitze nicht mitspielen. Der wurde vor allem durch „Wasserträger“ begegnet. Immerfort durchstreiften sie die Stationen und boten einen kühlen Becher Flüssigkeit an.

Apropos Durchstreifen. Bei seinem Rundgang meinte Landrat Schwarz: „Toll, hier spielt das pralle Leben.“  Mini-Roth vermittle Werte auf spielerische Art, Kinder lernten, dass Anstrengungen nötig sind, um sich etwas zu leisten. Im Idealfall würden sie die Erfahrung machen, dass Arbeit Freude machen kann… „Zu gerne“, gab er lächelnd zu, hätte er die Einladung in die erstmals eingerichtete Wellness-Oase nicht angenommen, der eng getaktete Terminkalender verhinderte das. Aus Überlieferungen aber gehen Handmassagen, Entspannungsrituale und Co. aber als „Must-haves“ in die Geschichte ein.

Neben den kreativen Keimzellen und Neuerungen war das „Amt für Kinderrechte“ etwas, das ihn sehr beeindruckte. Zumal dieses bereits am Auftakttag eine Demonstration organisiert hatte. Schlagwort: Mehr Lohn, kürzere Arbeitszeiten. „Großartig, wie auf diese Weise Demokratie greifbar und veranschaulicht wird.“

Mini-Roth 2026. Da kommt ein neuer Punkt ins Spiel: Die Verantwortlichen haben sich etwas ausgedacht; Wäre es nicht cool, wenn sich Paten für die fänden? „Wir reden wahrscheinlich über 20 Euro plus x“, erläutert Anja Völkl. Wer sich also vorstellen könnte, einen Part zu übernehmen, ist bei Anja Völk, KJR – Kontakt untenstehend – gut aufgehoben.

Anja Völkl war bei der Begrüßung der Ehrengäste – unter ihnen Bürgermeister (namentlich Bauz, Mailinger), Stadt- und Kreisräte sowie Unterstützer - die Freude über das gelungene Projekt und das fröhliche, unbeschwerte, bunte Treiben um sie herum anzumerken. Für das seien im Vorfeld allerdings im wahrsten Sinne des Worte Blut und Tränen geflossen, gab sie zu. Der neue Veranstaltungsort habe extreme Herausforderungen mit sich gebracht, allen voran logistische. Dann fiel kurz vor Eröffnung auch noch das als Highlight eingeplante Zirkuszelt einem Unwetter zum Opfer, die Bierbänke kamen verspätet... „Es war echt hart.“

Aber – und das mag entschädigen und zugleich Antrieb sein: Mini-Roth, dieses unbeschreibliche Flair, sein Nachklang, „etwas Einmaliges“ – von klein nach (sehr) groß.

Kreisjugendring

Montag: 15:00 - 18:00 Uhr

Dienstag: 09:00 - 12:00 Uhr

Mittwoch: geschlossen

Donnerstag: 15:00 - 18:00 Uhr

Freitag: 09:00 - 12:00 Uhr

Anschrift

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