
Förderglücksfall für den Landkreis
Der Landkreis Roth schafft es als eine von ganz wenigen Regionen in das Programm RegioStrat
Stand: 05.02.2026
Große Freude und große Ehre: Der Landkreis Roth kommt als einer von bundesweit nur 12 Bedachten in den Genuss des Förderprogramms RegioStrat. Hinter dem verbirgt sich eine große Chance – und eine Menge Geld.
450.000 Euro umfasst das Paket, das dem Landkreis in den kommenden drei Jahren unter anderem im Bereich Wohnbauentwicklung neue Möglichkeiten eröffnet. Für das Programm selbst, das das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aufgelegt hat, hatten sich über 40 Regionen, Landkreise und Initiativen beworben. Die Projektidee „Landkreis Roth 2040 – Integrierte und resiliente Flächenentwicklung“ war eine, die überzeugte und nun zur Umsetzung kommt. Federführend erarbeitet wurde das Konzept durch das Sachgebiet Kreisentwicklung, der genau dieser Punkt schon lange am Herzen liegt. „Um das komplexe Thema Fläche anzugehen brauchen wir personelle und finanzielle Ressourcen. Wir müssen mit allen Interessensgruppen sprechen und eine gemeinsame Flächenvision für den Landkreis erarbeiten“, erklärt Stefan Forster, Leiter der Kreisentwicklung.
Entsprechend freudig wurde der Bewilligungsbescheid aufgenommen. „Wir sind stolz, dass wir die Entscheidungsträger im Ministerium überzeugen konnten“, kommentiert Sachgebietsleiter Stefan Forster den Bescheid. Landrat Ben Schwarz teilt diese Einschätzung: Ungeachtet der Berücksichtigung des Landkreises Roth sieht er in dem Programm einen Impuls in die richtige Richtung. „Wir brauchen neue und kreative Ideen und Ansätze zu dem immer herausfordernd werdenden Thema Fläche.“ Demografie, Leerstände in den Innenstädten bzw. Ortskernen und der Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum sowie geeigneten Gewerbeflächen seien nur einige Schlagworte.
Was aber verbirgt sich nun hinter RegioStrat?
Ziel ist die Erarbeitung eines Strategischen Regionalentwicklungskonzepts (SREK) für den Landkreis Roth, erklärt die Projektbearbeiterin Amelie Roder. Im ersten Projektjahr steht eine umfassende Bestandsaufnahme im Mittelpunkt. Dabei sollen vorhandene Wohn- und Gewerbeflächen sowie deren Entwicklung systematisch erfasst und bewertet werden.
Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts liegt auf der zukünftigen Entwicklung. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie neuer Wohnraum bedarfsgerecht geschaffen werden kann – etwa durch Ein- und Zweizimmerwohnungen, bezahlbaren Wohnraum sowie altersgerechtes und barrierearmes Wohnen, gerade auch im ländlichen Raum. Dabei sollen die unterschiedlichen Lebensphasen und Bedürfnisse der Bevölkerung einbezogen und in flächensparenden Lösungen umgesetzt werden.
Ebenso im Fokus steht die strategische Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen. Gemeinsam wird erarbeitet, wo und in welcher Form Gewerbe- und Industrieflächen künftig nachhaltig entstehen könnten, wie bestehende Flächen effizient genutzt und dabei Aspekte wie Verkehr, Umwelt- und Klimaschutz berücksichtigt werden.
Hintergrund des Projekts sind tiefgreifende Veränderungen wie Klima- und Strukturwandel sowie demografische Entwicklungen, die zunehmend Einfluss auf die Raumentwicklung nehmen. Regionen stehen vor der Aufgabe, diese Herausforderungen strategisch zu bewältigen, um langfristig Wirtschaftskraft und Lebensqualität zu sichern. Das Förderprogramm RegioStrat unterstützt genau diesen Prozess und zielt darauf ab, Raumordnung und Raumentwicklung stärker miteinander zu verzahnen. Die geförderten Konzepte sollen einen Planungshorizont von zehn bis 15 Jahren abdecken.
Das Team der Kreisentwicklung hatte sich für das Projekt beworben, nachdem die Themen Wohnraum und Gewerbeflächen im Ende 2025 verabschiedeten Leitbild Regionalentwicklung priorisiert wurden. Denn klar ist: Die verfügbare Fläche ist begrenzt, während Nachfrage und Kosten weiter steigen. Umso wichtiger ist ein sensibler und vorausschauender Umgang mit den vorhandenen Flächen, führt Amelie Roder vor Augen. Das Landratsamt sieht großes Potenzial in einer gemeinsamen Vision zur Flächenentwicklung, von der langfristig alle Kommunen profitieren können.
Die Fördermittel in Höhe von 450.000 Euro werden für den Projektaufbau, die Koordination sowie für eine wissenschaftliche Begleitung durch eine Universität oder Hochschule eingesetzt. Im dritten Jahr sind zudem Mittel für die Umsetzung erster konkreter Maßnahmen vorgesehen. Wenn der Zuschlag aus Berlin auch viel Arbeit bedeutet, sehen die Mitarbeitenden diesen als Bestätigung und Auftrag. „Wir machen uns nun mit Rückenwind, Motivation und Ehrgeiz an die Aufgaben.“