
Traditionell und doch modern
Das Landratsamt bot auf einer Streuobstwiese einen Sensenkurs an – der zugleich ein ökologisches Projekt war
Stand: 20.07.2026
Für viele ist es eine Begegnung der besonderen Art gewesen: Ich und die Sense, die Sense und ich. Auf Einladung des Landratsamtes drehte sich auf der Streuobstwiese in Georgensgmünd alles um die Sense, die auch heute noch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leistet. Ein wahrhaft unterschätztes Werkzeug. An dem Tag wurde klar, warum.
Vorab aber stand eine Gefahrenunterweisung. „So ganz ohne ist das Gerät nämlich nicht“, machte Kreisfachberater Johannes Schneider gleich zu Beginn deutlich. Im Anschluss wurden mitgebrachte eigene Sensen begutachtet und der „Sensenbaum“ individuell auf Körpergröße und Arbeitsweise eingestellt. Anschließend übten die Teilnehmer den richtigen Bewegungsablauf zunächst trocken, ehe sie das Erlernte auf der Wiese praktisch umsetzen konnten.
Die beiden erfahrenen Anleiter Christoph Lorenz und Werner Kleemann, Mitglieder des Deutschen Sensenvereins, begleiteten den gesamten Praxisteil. Mit fachkundigen Tipps korrigierten sie Bewegungsabläufe und vermittelten die richtige Mähtechnik für kraftsparendes und sauberes Arbeiten. Nachdem bereits einige Quadratmeter Wiese gekürzt waren, erläuterten sie das fachgerechte Ausmähen von Bäumen sowie die verschiedenen Mähmuster, mit denen sich eine Wiese effizient und naturschonend bearbeiten lässt.
Im Mittelpunkt stand nicht nur die richtige Technik, sondern auch die ökologische Bedeutung der Mahd mit der Sense. Im Gegensatz zu motorisierten Geräten ist das alte Werkzeug nahezu geräuschlos und ermöglicht vielen Insekten, Spinnen, Amphibien und anderen Kleintieren rechtzeitiges Ausweichen. Dadurch trägt sie zu einer besonders schonenden Bewirtschaftung ökologisch wertvoller Flächen wie Streuobst- oder artenreichen Blumenwiesen bei. Gerade in Zeiten des Rückgangs vieler Insektenarten gewinnt diese traditionelle und naturnahe Form der Wiesenpflege wieder zunehmend an Bedeutung.
Als zweiter Teil stand schließlich das Dengeln – das traditionelle Schärfen der Sense – auf dem Programm. Die rund 20 Frauen und Männer lernten die Grundlagen dieser alten Handwerkstechnik kennen und konnten das Gelernte direkt selbst anwenden. Veranstaltet wurde der Kurs von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, finanziell und organisatorisch unterstützte das Regionalmanagement des Landratsamtes.
Neben den praktischen Fertigkeiten wurde die besondere Art des Arbeitens mit der Sense erlebbar. Der gleichmäßige Bewegungsrhythmus, das leise Gleiten der Klinge durch das Gras und die Konzentration auf den eigenen Bewegungsablauf machen das Sensen für viele Menschen zu einer nahezu meditativen Tätigkeit. Statt Hektik und Motorenlärm stehen Ruhe, Achtsamkeit und das bewusste Erleben der Natur im Vordergrund – Eigenschaften, die von den Teilnehmenden besonders geschätzt wurden.
Sie waren sich einig: Mit dem Sensenkurs wurde nicht nur altes Handwerkswissen vermittelt, sondern auch gezeigt, wie traditionelle Bewirtschaftungsmethoden einen wertvollen Beitrag zum Arten- und Klimaschutz leisten können. Die Mahd mit der Sense zeigt, dass bewährte Techniken auch heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben.
Gut zu wissen: Aufgrund der sehr positiven Resonanz wird ein weiterer Kurs geplant. Weitere, auch allgemeine Informationen zum Thema, gibt es bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt (Kontakt untenstehend).
Gartenbau & Landespflege
Natur-, Umwelt- & Klimaschutz
Kreisfachberatung Landratsamt Roth
Gartenkultur und Landespflege